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Philippinen, Insel Mindanao, Surigao del Sur
Tandag, 1996


Teilnehmer:

Roland und Anna-Maija Müller, St.Gallen, Schweiz

Dr. Wolfram Mey, Humboldt Universität, Berlin, Deutschland

Ernst Hauser, Herisau, Schweiz

Adrian Gorostiza, Manila, Philippinen

Alex Buenafe, Bacolod, Negros, Philippinen

Andres Magno, DENR, Tandag, Philippines



Die Bilder sind, wenn nicht anders vermerkt, von Roland Müller

Wenn Sie die kleinen Bilder anklicken, öffnet sich eine Vergrösserung mit der Legende




Tagebuchnotizen von Roland Müller


Samstag, 25. Mai

Cebu International Airport: Abflug pünktlich um 09 00 mit einem Hochdecker Fokker 50 nach Tandag, dem Hauptort der Provinz Surigao del Sur im Nordenosten von Mindanao. Wiederum ein bemerkenswerter Flug über die bezaubernde Inselwelt der südlichen Philippinen, vorbei am Mt Hilong Hilong, dem mit 2012 Metern höchsten Berg der Ostkordillere von Mindanao. Da die Maschine relativ tief fliegt, weit unter 2000 Metern, erkennen wir viele Details der Landschaft. Die Duata Montains, mit dem erwähnten höchsten Berg, sind im zentralen Gebiet noch fast lückenlos mit unberührtem Urwald bedeckt. Auch tiefere Täler weisen entlang der Bergflüsse bis weit in die Kulturlandschaft hinaus noch gute Waldbestände auf.

Um 10 Uhr landen wir auf der kleinen Piste des Tandag Airports. Andres Magno, Leiter des DENR (Department of Environment and Natural Resources) in Tandag, zuständig für den Schutz der Urwälder und deren Fauna und Flora in Surigao del Sur, erwartet uns am kleinen aber schmucken Flughafen. Per Tricycle (kleines Motorrad mit Seitenwagen) tuckern wir zum Cyd’s Chalet by the Sea, wo die Besitzerin, Frau Dr. med. Muyco uns drei Zimmer reserviert hat. Einfach aber sauber, mit schöner Terrasse, kleinem, hübschen Garten und direkt am Sandstrand gelegen.

Der örtliche Markt ist stets einen Besuch wert: da kann man sich über die lokalen Köstlichkeiten wie Fische, Früchte, Gemüse und andere kulinarische Spezialitäten informieren. Gelegentlich lässt sich auch interessantes Kunsthandwerk finden. Viel Spass bereitet auch das Scherzen und Parlieren mit den Leuten. Die Menschen in Tandag sind ausgesprochen freundlich und liebenswürdig. Touristen sucht man in diesem abgelegenen Ort vergeblich.

Ein Abendspaziergang entlang des kilometerlangen Sandstrandes und ein typisch philippinisches Abendessen mit Gemüse/Fischsuppe, Reis, Chicken Adobo, Lomi, Chopsue, gebackenem Fisch und einem kühlen Bierchen in einem Terrassenrestaurant direkt am Pazifik beschliesst den Abend.

Sonntag, 26. Mai

Tagwache, 03 30 Uhr. Nach kurzem Frühstück geht es zum Bus-Terminal. Hier erfahren wir, dass der Bus nach Mangagoy/Bislig heute nicht fährt. So besteigen wir um 07 40 den Bus über Barobo nach Butuan. Um 10 30 kommen wir nach abenteuerlicher Fahrt über Holperstrassen und unsicher scheinende Brücken in Barobo an. Noch etwas bleich, nachdem wir einen Bus und zwei Autos kopfunter im Strassengraben liegen sahen, mieten wir einen Jeepney samt Fahrer für 600 Piso und sind bereits am Mittag 12 00 Uhr in Mangagoy, einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt an der Ostküste von Mindanao. Ernst leidet unter fürchterlichem Durchfall. Mehr als einmal muss der Fahrer einen Blitzhalt einschalten, damit Ernst in panischem Schnelllauf in die Büsche flüchten konnte. Ich habe ihm bereits Medikamente verabreicht, zuerst Kohletabletten und nachher Imodium.

Wir fahren direkt zum recht komfortablen Catolic Convention Center, wo uns Andres bereits vor Tagen angemeldet hat. Hier herrschen saubere Bedingungen und hygienische Toiletten. Ernst schläft den ganzen Nachmittag. Ein solcher Durchfall, verbunden mit den Reisestrapazen und der Hitze, schwächt ungemein. Alex und Adrian gehen einkaufen, dass wir für einige Tage in den Bergen genügend zu futtern haben. Andres und ich bemühen uns zum PICOP-Office (Paper Industries Corporation of the Philippines), damit wir eine Bewilligung erhalten, um auf dem konzessionierten Urwaldgebiet der grossen Papierfabrik campieren und sammeln zu dürfen. Wir werden freundlich empfangen und erhalten dank Andres Beziehungen und einer ausführlichen Schilderung unseres Anliegens sofort das Gewünschte. Darüber hinaus stellt man uns sogar noch einen kleinen Pickup samt Fahrer für Montag in Aussicht. Im nachhinein nochmals ganz herzlichen Dank für die noble Geste!

Montag, 27. Mai

Wolfram, Adrian und Alex fahren mit einem Tricycle zum Tabon Wasserfall im Sitio Tabon (Sitio = Weiler, ein paar Häuser), nicht weit von Mangagoy entfernt. Anna-Maija und ich schlendern durch den sehr interessanten, grossen Markt, um noch einige Kleinigkeiten einzukaufen; oben in den Bergen gibt es keine Möglichkeiten mehr. Der Pickup ist bald einmal beladen und um halb zwei Uhr verlassen wir das Städtchen. Einen kurzen Halt schalten wir in der Nähe des Barangay Union (Barangay = kleines Dorf) ein. Eingebettet in die Landschaft mit Wald und Kulturgelände liegt ein grosser Teich mit hübschen Seerosen. Um und über dem Teich fliegen hauptsächlich Segellibellen (Libellulidae). Gegen 16 00 Uhr erreichen wir unser erstes Ziel, das Barangay Mandus in der Lingig Munizipality, etwa 100 Meter über Meer gelegen. Im Office der Anchorage Wood Industrial Incorporation empfängt uns der Besitzer Mr Theodoro T. Yusinko herzlich und gibt uns alle Bewilligungen, um auf seinem Konzessionsgebiet zu sammeln. Die Zeit bis zum Abendessen reicht gerade aus, um in der Umgebung ein wenig nach Insekten zu suchen. Nach dem Abendschmaus, den wir zusammen mit den Forest Rangers einnehmen, stellen wir sofort unsere Leuchteinrichtung auf. Die Erwartungen sind allerdings nicht sehr gross, denn rund um das Forsthaus wächst nur Sekundärbusch und –wald. Der Anflug ist denn auch artenarm.

Dienstag, 28. Mai

Tagwache 05 30 Uhr. Mr. Yusinko lädt uns zu einem feudalen Frühstück ein. Dabei gibt sich auch die Gelegenheit, uns mit ihm über das Forstwesen und die Strategie der Waldnutzung auf seinem Gebiet zu unterhalten. In Absprache mit dem DENR, vertreten durch Andres Magno, wurde der Wald in verschiedene Zonen eingeteilt. Es gibt eine intensive Nutzzone mit schnellwüchsigen Holzarten, die in der Papier- und Holzbranche Verwendung finden. Eine andere Zone wird selektiv genutzt. Wertvolles Holz wird herausgeschlagen, ohne den Wald zu zerstören.Nicht nutzbare Bäume bleiben stehen, also kein radikaler Kahlschlag. Eine eigene Anzuchtstation von wertvollen Baumarten ermöglicht es, die geschlagenen Lücken zu bepflanzen. Wichtig auch die kleineren Zonen in verschiedenen Höhenlagen, also bis hinauf zu den Mooswäldern, in denen überhaupt nicht abgeholzt wird. Die wenigen Zufahrtsstrassen sind durch Barrieren geschlossen und bewacht. Fremde Siedler und auch Wilderer werden nicht geduldet. Die angestellten Waldarbeiter wohnen mit ihren Familien im kleinen Dorf Mandus und dürfen für den Eigenbedarf den umliegenden Sekundärwald nutzen. Ausserdem hat jede Familie einen kleinen Garten für Früchte und Gemüse. Forst Ranger kontrollieren die Wälder gegen illegales Abholzen und das unkontrollierte Jagen.

Wir bedanken uns herzlich für die Gastfreundschaft und das Wohlwollen, das wir geniessen durften. Bald ist auch unser Gepäck wieder auf einem Lastwagen verstaut und um 08 00 erreichen wir das Forsthaus der Ranger des PICOP Waldgebietes beim Barangay Caatijan. Das Haus steht etwas oberhalb des Dorfes auf etwa 520 Meter über Meer. Auf der Wiese davor dürfen wir unsere Zelte aufbauen. Die nähere Umgebung besteht vorwiegend aus Sekundärwald, das kleine Bächlein hinter dem Haus mäandert durch dichten Wald und ergiesst sich über einen malerisch kaskadenartigen, versinterten Wasserfall ins kultivierte Gebiet. Die Odonatenfauna ist erstaunlicherweise vielfältig, beeindruckend für das relativ kleine Rinnsal.

Um 18 30 setzen wir wieder, trotz hellem Mondschein und klarem Nachthimmel die Leuchte in Betrieb. Der Anflug ist sehr interessant, besonders für Wolfram, der viele für ihn noch unbekannte Arten findet. Gegen 11 00 beenden wir die Vorstellung und schlüpfen in unsere Wigwams.





Mittwoch, 29. Mai

Tagwache 05 30 Uhr: Zelte abbrechen und die Ausbeute fachgerecht verstauen, ein kurzes Faustfrühstück. Schon steht der Lastwagen bereit, eine fürchterliche Klapperkiste, auf dessen Brücke wir unsere Siebensachen laden. Zusammen mit einer Waldarbeiterkolonne und einigen Rangers keucht der Oldtimer über die steinige Waldstrasse zu unserem neuen Hauptcamp auf 1050 m. ü. M., genannt „Camp 55“, am Fuss des 1660 Meter hohen Mt Agtuuganon. Das Gepäck müssen wir noch über einen steilen, etwa 15 Meter hohen Abhang zu einer Plattform schleppen. Von hier aus geniessen wir eine herrliche Aussicht über die Urwälder bis hinunter zum Pazifik. Im zweiten Weltkrieg befand sich hier oben ein Gefechtsstand. Tiefe gemauerte Schützengräben und einige halbverfaulte Balken können wir unter dem dichten Cogongras und Gebüsch noch ausmachen. Die Rangers wollen hier oben eine stabile Hütte bauen, um darin zu übernachten und von hier aus die Wälder überwachen. Wir müssen zuerst die Plätze roden und mit Blättern eine einfache Unterlage schaffen, um die Zelte aufzustellen. Das Trinkwasser holen wir unten aus dem sauberen Bach. Bald steht auch schon das Arbeitszelt. Darunter haben die Rangers, Alex und Adrian aus alten Brettern und kleinen geschlagenen Bäumchen einen recht komfortablen Tisch und Bänke gezimmert. Nachdem wir uns häuslich eingerichtet haben, hält uns nichts mehr zurück, die nähere Gegend zu durchstreifen. Schon die ersten Schritte überzeugen uns von der Reichhaltigkeit von Fauna und Flora. Überall rinnen kleinere und grössere Bäche mit Wasserfällen vom steilen Bergurwald. Gelegentlich staut sich das glasklare Wasser zu Weihern, geradezu ideale Biotope für Libellen. Das Gebiet ist auch reich an Schmetterlingen. Weil hier wenig bis gar nicht gejagt wird, präsentiert sich auch die Vogelwelt entsprechend reichhaltig. Eben ist eine Gruppe von 5 grossen Nashornvögeln (Buceros hydrocorax mindanensis) über uns hinweggeflogen. Eigenartig ist dabei das laute Fluggeräusch, das sie verursachen, es klingt wie ein in der Ferne durchfahrender Eisenbahnzug. Auch den kleineren Tariktik-Hornvogel (Penelopides panini affinis) können wir oft beobachten.

Um 18 Uhr starten wir das Licht.Die Abendtemperatur ist in dieser Höhe sehr angenehm, um 19 Uhr messe ich 20.5 Grad Celsius. Der Anflug ist vielfältig.Vor allem Nachtfalter (Heterocera) in allen Grössen und viele Käfer (Coleoptera) kommen zum Leuchttuch. Wegen eines heftigen Gewitters, das vom Meer her über den Urwald zieht, müssen wir die Lampe leider ausschalten. Das fürchterliche Unwetter mit Blitz- und Donnergrollen geht nach einer Stunde in einen dichten Landregen über, der die ganze Nacht anhält. Glücklicherweise haben wir die Zeltplätze mit Bedacht ausgewählt, unsere Schlafplätze bleiben trocken.

Donnerstag, 30. Mai

Tagwache 05 30 Uhr. Wir haben schlecht geschlafen.Die buckelige Unterlage war alles andere als komfortabel. Es scheint, dass mich mehr Knochen schmerzen, als ich eigentlich im Leib habe. Die Nacht weicht schnell dem Tag, nach kurzer Dämmerung, wie es in den Tropen üblich ist. Es regnet nicht mehr, aber es tropft noch von den Bäumen und alles rundum ist triefend nass. Schon bald geht die Sonne auf und scheint bereits kurz nach Aufgang heiss auf die klatschnasse Vegetation. Wie eine Dampfsauna fühlt sich das an, warmer Nebel steigt auf und bereits nach wenigen Minuten rinnt der Schweiss in Strömen. Jetzt zieht aber Kaffeeduft in meinen Gewürzprüfer und reisst mich aus meinen frühmorgendlichen Träumen. Auch die Pein in den Gliedern wird in Erwartung des schwarzen Gebräus erträglicher. Freude herrscht und neuer Tatendrang wird aktiviert. Auch der Reis dampft schon über dem Feuer und dazu gibt es chinesische Nudelsuppe. Unsere philippinischen Freunde rösten Trockenfisch auf der Glut. Getrocknete Fische in allen Grössen gehören neben dem Reis zu den wichtigsten Nahrungsmitteln.

Der Waldweg in Lastwagenbreite unterhalb unseres Wohnplateaus folgt nördlich wie südlich annähernd der Höhenkote zwischen 1000 bis 1100 Metern dem ganzen Gebirgszug des Agtuuganon. In seine steilen Flanken haben die schweren Regenfälle im Verlaufe der Jahrtausende viele tiefe Schluchten gegraben. Die Flüsse entwässern alle in den Agusan River, der sich dann bei Butuan in die Bohol See ergiesst. Der Waldweg führt in die Schluchten hinein, auf gleicher Höhe über einen Rücken und wieder hinein in das nächste Tal.

Etwa einen Kilometer nördlich wurde zum Bau der Strasse ein kleiner Damm aufgeschüttet, der dann einen Weiher staute, so dass ein ideales Feuchtbiotop entstand. Von der Strasse bis zum Weiher entstand eine Sumpfwiese, dahinter schliesst der Urwald wie ein lebender Vorhang den Weiher ab. Es hat sich hier ein Libellenparadies entwickelt, wie man es nicht so oft findet. Gelegentlich sehen wir Horden von Philippinen-Makaken (Macaca philippinensis mindanensis) in den hohen Bäumen. In wilder Flucht und in weiten Sprüngen sich von Baum zu Baum sich schwingend, entschwinden sie schnell aus dem Blickfeld.

Die Seitenbäche sind ein wahres Eldorado für die nur in den dichten Urwäldern lebenden Kleinlibellen zum Beispiel der Gattungen Risiocnemis, Drepanosticta, Amphicnemis. Diesen vor allem gelten meine Forschungen.

Müde und etwas abgekämpft erreichen wir am Abend wieder unser Camp und erleben eine angenehme Überraschung.

Die Rangers haben den westlich unseres Camps vorbeifliessenden Bach weit oberhalb etwas gestaut und eine lange Wasserleitung aus Plastikrohr bis zu unserem Plateau gezogen. Jetzt sprudelt herrlich frisches Wasser zum Trinken und Waschen direkt vor unserer Zelttür, ein Luxus fast wie in einem Fünfsternhotel. Ein Bravo den fleissigen Rangern! Es war eine harte Arbeit, die Leitung in dem äusserst steilen Hang zu verlegen. Ausserdem haben sie bereits eine notdürftige, wasserdichte Hütte erstellt und mit dem Bau eines einfachen Forsthauses begonnen.

Der Anflug zum Licht ist trotz des sternenklaren Tropenhimmels bei etwa 20 Grad C hervorragend und wir können viele noch nie gesehene Arten registrieren. Beeindruckend auch die grossen, schwarzglänzenden Atlaskäfer mit ihren drei Hörnern. Trotz ihres bizarren und gefährlichen Aussehens sind sie völlig harmlos.




Freitag, 31. Mai

Tagwache 05 15 Uhr. Die letzte Nacht haben wir besser geschlafen: ich habe die Buckel und Dellen mit Laub und Gras besser ausgepolstert. Es ist stark bedeckt.Um 6 Uhr beginnt es zu regnen,das ideale Wetter, um unter dem schützenden Arbeitszelt die gestrige Ausbeute zu konservieren. Jedes einzelne Insekt muss fein säuberlich in Papiertüten verpackt und mit genauen Orts- und Datumsangaben versehen werden, damit man später die Tiere wissenschaftlich bearbeiten kann. Das Gros der Insekten kann man unmöglich an Ort und Stelle bestimmen. Das ist erst zuhause mit Fachliteratur und den nötigen optischen Instrumenten möglich.

Den ganzen Tag über bleibt das Wetter veränderlich, mal Sonnenschein, mal bewölkt, zwischendurch ein kurzer Regenguss. Acht bis neun Kilometer Marsch führen uns zum Camp der BMMC-Goldmining Company. Wir müssen über einen steilen Felsen mit Wasserfall hinaufklettern, um zur primitiven Unterkunft zu gelangen. Zum Glück haben die Minenarbeiter eine Haltevorrichtung aus Rattan installliert, sonst wäre ich nie da hinauf gekommen. Wir werden freundlich empfangen und dürfen auch den in die Felsen vorgetriebenen Stollen besichtigen.

Die Arbeiter hacken den Fels nur mit Handfäustel und Spitzeisen ab und folgen einem Quarzband, um (vielleicht) zur Goldader zu gelangen. Kleine Spuren hätten sie schon gefunden. Schon länger ist bekannt, dass es im Mt Agtuuganon-Gebirge Gold gibt. Gelegentlich findet man entlang des Weges Löcher, die von Goldsuchern in den Grund gebuddelt wurden. Wir werden mit Reis und Kochbananen bewirtet und plaudern noch mit den einfachen aber liebenswürdigen Leuten.

Auf dem Weg finden wir auch viele interessante Pflanzen.Besonders Kannenpflanzen (Nepenthes) in verschiedenen Arten scheinen hier häufig zu sein. Niedere, kleine Sträucher, etwa 20-30 cm hoch mit grossen Kannen sind dort häufig zu finden, auch einige Meter hohe Sträucher oder kletternde Arten, schliesslich die epiphytisch, das heisst auf Bäumen wachsenden Arten mit grossen oder kleinen Kannen. Wie schön zu wissen, dass dieses prächtige Gebiet vor der Zerstörung geschützt ist, wenigsten für ein paar Jahre. Dem Schutz der Urwälder sollte erste Priorität eingeräumt werden.Nur dadurch kann man die Arten schützen und nicht durch rote Listen!!

Leider fliegen heute Abend zwischen 18 und 21 30 Uhr nur wenige Arten ans Licht. Es ist wiederum sternenklar.Gelegentliche starke Windböen sind vielleicht die Ursache des spärlichen Anfluges. Die Temperatur beträgt 20 Grad C.



Samstag, 1. Juni

Tagwache 05 15 Uhr. Noch ist es fast wolkenlos, doch schon gegen 6 Uhr ziehen vom Pazifik her schwere Wolken heran, in der Ferne blitzt und donnert es. Frischer Kaffee und das übliche Reis/Suppenfrühstück und einige Bananen zum Abschluss heben die Moral, trotzdem es gegen 7 Uhr zu regnen beginnt. Nebel zieht herauf und verwandelt den Wald in eine eigenartige Märchenlandschaft. Die Temperatur fällt auf 19 Grad, bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Auf der Suche nach Libellen bin ich bald einmal klatschnass. Trotzdem ist die Suche erfolgreich und ich kann einige Arten beobachten und fotografieren. Am Nachmittag klärt es etwas auf, zwischendurch lugt auch die Sonne zwischen den Wolken hervor. Alles bestens für interessante Naturbeobachtungen.

Den Abend beschliesst wiederum der „Lichtfang“. Der Anflug ist bei 21 Grad C. weit besser als gestern, geht aber fast schlagartig zurück, als der Mond durch die Wolken scheint und Wind aufkommt.Die Temperatur geht auf 19 bis20 Grad zurück. Wieder wenig Schwärmer (Sphingidae) und keine Pfauenspinner (Saturnidae), dafür viele Kleinschmetterlinge, Köcherfliegen (Trichoptera) Käfer (Coleoptera) und andere Insekten. Dabei finden wir auch eine neue Käferart aus der Familie der Sandlaufkäfer (Cicindelidae). Diese neue Art, Thopeutica rolandmuelleri, wurde im Jahr 2000 von Prof. Dr. Fabio Cassola, Rom, beschrieben.


Sonntag, 2. Juni

Tagwache 05 20 Uhr. Etwas bewölkt, mässiger, bis starker Wind, 20 Grad.

Zum Frühstück gibt es Kaffee, Brötchen, Chicken-Nudelsuppe mit Reis und zum Nachtisch einige Bananen. Nach Angaben der Rangers, die gestern in Mangagoy waren und uns die frischen Brötchen und Früchte mitgebracht haben, soll ein Taifun über Nord Cotabato hinweggezogen sein. Wir befinden uns am südöstlichen Rand des Tiefs, deshalb der heftige Regen gestern und in der Nacht und die kräftigen Winde. Um den Gipfel des Mt Agtuuganon hängen noch schwere dunkle Wolken.Durch Teile des Waldes, besonders der Täler, ziehen die noch feuchtwarmen, dichten Nebel.

Am Nachmittag sitzen drei grosse Nashornvögel (Buceros hydrocorax mindanensis) in den hohen Bäumen über unserem Camp und lassen sich während längerer Zeit observieren. Sie pflücken mit ihren langen Schnäbeln mir unbekannte Früchte von den Zweigspitzen. Mit dem für sie so typischen Fluggeräusch fliegen sie nach etwa 20 Minuten wieder über die hohen Baumwipfel weiter.

Wir haben wieder neue Bäche exploriert. Je nachdem wie stark sie von der Sonne beschienen werden, haben sie eine unterschiedliche Flora und vor allem Odonatenfauna, . Heute kann ich auch ein Weibchen der Libelle Heteronaias heterodoxa bei der Eiablage beobachten. Es sucht sich steinige, seichte Stellen am Rande des Bächleins, wo das Wasser nur noch spärlich fliesst. Das Tier fliegt etwa 50-60 cm über dem Wasser, steht oft in der Luft still, dreht sich hin und her wie ein Helikopter, sticht in Abständen von ein paar Minuten blitzschnell zum Wasser nieder und taucht den Hinterleib für einen Sekundenbruchteil ins Wasser um sofort wieder die alte Position in der Höhe einzunehmen. Nachdem das Weibchen acht bis zwölf Eier abgelegt hat, sucht es eine andere gute Stelle auf, um dort die Prozedur fortzusetzen. Diese Libellenart fliegt sehr häufig entlang der Bäche, meist in horrendem Tempo und unstetem Zickzackflug, stets in Bewegung. Ich konnte noch nie ein ruhendes Tier beobachten.

Der heutige Anflug zum Licht ist sehr artenreich. Wieder werden neue, noch nie beobachtete Arten notiert. Besonders die grossen Atlaskäfer fliegen in beiden Geschlechtern häufig ans Tuch, heute sind sie geradezu lästig. Unangenehm sind auch die vielen Wildbienen; wahrscheinlich ist in der Nähe auf einem Baum ein Nest. Wir müssen dauernd aufpassen, dass sie nicht in unsere Kleider geraten. Werden sie da eingeklemmt, stechen sie sofort.

Montag, 3. Juni

Tagwache 06 00 Uhr, ein wunderschöner Morgen.Die Sonne scheint schon in die triefend nassen Wälder und verdampft die Regentropfen.Es ist warm und feucht wie in einer Sauna.

In den Bächen entdecke und beobachte ich wieder neue Libellenarten. Es ist richtig romantisch, den steilen, steinigen, zum Teil bemoosten Rinnsalen zu folgen, meist vom weiten Blätterdach wie von einem Baldachin überspannt. Kleine Wasserfälle mit Pools sind gelegentlich von der Sonne spotartig beschienen. Solche Biotope sind von vielen Libellen besiedelt. In den Bächen tummeln sich Fische, Süsswassergarnelen, Wasserkäfer und viele andere Insekten. Unter Blättern habe ich wieder eine Kolonie von Wasserschmetterlingen (Nymphulidae) der Gattung Streptosoma entdeckt und mit Blitzlicht fotografiert. Diese Falter sitzen an sehr dunklen Stellen, das Fokussieren ist nicht ganz einfach.

Abends ist der Anflug wenig vielfältig, wohl wegen des hell scheinenden Mondes. Dafür haben wir heute abend auch keine Probleme mit den Bienen.


Dienstag, 4. Juni

Tagwache 05 10 Uhr. In der Nacht ist wieder ein Tropenregen wie eine Sintflut übers Camp niedergegangen. Zum Glück hält das gute „North Face“-Zelt dicht, so haben wir immer ein wohlig trockenes Lager, wenn der Regen auch noch so auf das Zelt niederprasselt. Auch das Arbeitszelt hat sich glänzend bewährt. Wir haben stets einen schön trockenen Platz zum Essen und Arbeiten. Es überdacht auch die „Küche“, eine kleine Feuerstelle am Rande der Schlucht, ein kleiner, aber nützlicher Vorteil für unsere Köche. Schon steigt frischer Kaffeeduft in meine Nase Man könnte jauchzen ob der romantischen Atmosphäre. Es ist einfach unbeschreiblich, abseits allen Weltgeschehens ein solches Abenteuer geniessen zu dürfen.

Heute folgen wir dem Weg in südlicher Richtung und gelangen in einen lichten, sonnendurchfluteten Kiefernwald. Am Wegrand blühen viele Blumen, an denen sich Schmetterlinge aus den Familien Pieridae, Danaidae und Nymphalidae laben. Im lichten Schatten über dem Weg jagen Idionyx philippa, eine kleine Art der Libellenfamilie der Corduliidae nach Insekten. Lebendaufnahmen sind nicht möglich, da sich die Tiere nirgendwo hinsetzen, sondern in unberechenbarem Zickzackflug der Beute nachstellen. Der heutige Tag ist sonnig und heiss, ein kurzer aber heftiger Regenguss bringt kaum eine Abkühlung.

Am Abend ist es bedeckt. Entsprechend gut ist der Insektenflug. Interessant ist der Massenanflug von Ameisen, auch die überraschend vielen Zikaden. Es ist überhaupt ein Rätsel, dass heute Insekten anfliegen, die an den Abenden zuvor nie am Licht waren, z. B. Acherotia lachesis. Dafür fehlen Arten, die noch gestern Abend in Menge ans Tuch flogen. Um 22 45 Uhr nehmen wir diese Geheimnisse mit in unsere Träume.


Mittwoch, 5. Juni

Tagwache 05 30 Uhr, stark bewölkt, wenig Sonne, 19 Grad. Beim Konservieren der Ausbeute stellen wir eine grosse Artenvielfalt fest, darunter einen prächtigen Hirschkäfer (Lucanidae). Wolfram ist bis gegen 10 Uhr beschäftigt, die vielen kleinen, zum Teil sogar winzigen Kleinschmetterlinge und Trichopteren zu konservieren.

Wir besuchen wieder den kleinen Stauweiher mit Sumpf etwa 4 km nördlich unseres Camps. Hier herrscht ein reiches Libellentreiben, Grosslibellen aus der Familie der Aeshniidae jagen über dem Wasser in reissendem Fluge oder legen ihre Eier ins Wasser, Segellibellen (Libellulidae) schweben etwas gemächlicher über Wasser und Sumpf und die Kleinlibellen (Zygoptera) fliegen und sitzen fast unbemerkt zwischen den Grashalmen. Zu meiner grossen Freude entdecke ich auch die Segellibelle Nannophya pygmaea, die kleinste „Grosslibelle“ der Welt. Die Tiere sind scheu, aber nach einer einstündigen Geduldprobe bekomme ich doch noch ein Tier optimal vor die Linse. Auch Ceriagrion lieftincki, eine Kleinlibelle, stellt sich für ein Hochzeitsfoto prächtig in Pose. Die winzigen Agriocnemis femina sind in der niederen Vegetation kaum zu entdecken. Am dahinterliegenden Urwaldbach, der den Weiher speist, gelangen mir einige Aufnahmen interessanter Arten. Ob die Aufnahmen wohl gelungen sind? Auf dem Rückweg lädt ein kleiner Pool in einem Wildbach zum kühlenden Bad. Zufrieden ob dem erfolgreichen Tag machen wir uns hungrig an das bescheidene Abendessen, bestehend aus gebratenem Corned Beef und Reis.

Eine riesige Wolkenwand nähert sich drohend vom Pazifik und verspricht nichts Gutes. Wieder schien uns das Wetter den Lichtabend zu vergällen. Kaum haben wir um 18 30 die Lampe eingeschaltet, beginnt es auch schon leicht zu regnen. Sofort einen Schirm über die heisse Quecksilberdampflampe, damit sie nicht durch die Regentropfen zerspringt. Nun zieht auch noch der Nebel auf und verwandelt die Umgebung in eine gespenstische Landschaft. Auf einmal trauen wir kaum mehr unseren Augen: ein Massenanflug von Nachtfaltern, wie wir es noch nie erlebt haben. Zu Tausenden wirbeln die Insekten zur Leuchtquelle, wir wähnen uns in einem Schneesturm. Wir vermummen unseren Kopf mit Tüchern, die Falter fliegen überall hin, in die Ohren, in den offenen Mund, hinter die Brille, durch die Hemdärmel. Ununterbrochen kommt Welle um Welle von grossen und kleinen Faltern angeflogen, in einem Umkreis von 10 bis 15 Metern brodelt der Boden von Faltern, wohin wir blicken, alle Sträucher um uns herum sind behangen mit Faltern und ständig wirbeln neue Tiere an das Licht. Die Spannung steigt: wann hört das auf? Es regnet immer noch leicht; das eigentliche Gewitter ist südlich von uns über die Hügel gezogen, Donner und Blitze verziehen sich in südwestlicher Richtung. Der Anflug steigert sich immer noch, jetzt erfolgt ein Massenanflug des grossen Nachtfalters aus der Familie der Uranidae, Lyssa zampa menoetius. Das sind die grossen Falter, die auf dem Leuchttuch zu sehen sind. Die Rangers schauen ungläubig und verwirrt zu, wir bringen vor lauter Staunen die Augen und den Mund fast nicht mehr zu. Spätestens, wenn wieder ein Falter im offenen Mund herumflattert oder hinter die Brille gerät, fällt die Spannung – sofort Mund schliessen und Augen zukneifen. Ich hoffe, die Bilder vermögen einen kleinen Eindruck von diesem Phänomen zu vermitteln. Die Bilder entstanden ungefähr um 21 30 Uhr, derAnflug aber steigert sich noch immer. Gegen 23 Uhr bedecken die Falter fast das ganze Tuch.Eine Übersicht ist unmöglich, wir müssen die Übung abbrechen. Jetzt folgt das Prozedere mit dem Schlafengehen. Sobald die Taschenlampe eingeschaltet wird, werde ich auch schon von Faltern umschwirrt. Ich muss im Dunkeln die Kleider ausschütteln.Sie sind voller Insekten, also alle Klamotten draussen lassen und hinein ins Zelt. Anna-Maija hätte keine Freude an den ungebetenen Besuchern.


Donnerstag, 6. Juni

Tagwache 06 30 Uhr. Es regnet noch immer. Ich bin noch tief beeindruckt und völlig hingerissen vom gestrigen Erlebnis. Woher kamen diese Massen von Nachtfaltern? Warum gerade gestern abend? Wird es heute abend wieder so einen Ansturm geben? Fragen über Fragen.

Jetzt müssen wir aber erst einmal die Ausbeute konservieren, dies beansprucht fast den ganzen Vormittag. Es klart langsam auf und bei schönstem Wetter machen wir uns wieder auf die Wanderschaft rund um den Mt Agtuuganon. An sonnigen Abschnitten des Weges wächst Sentimento (Stachytarpheta jamaicensis) und Doña Aurora (Mussaenda philippinica var. aurorae) Die Blüten dieser Pflanzen werden häufig von Schmetterlingen besucht. An einer Stelle fliegen kleine, langgeschwänzte Schmetterlinge aus der Familie der Lycaenidae. Unter dem lichten Schatten über dem Weg jagen wieder die Idionyx philippa. Hin und wieder entdeckt man eine kleine Höhle, wo Einheimische nach Gold gesucht haben. Ernst hört Wildschweine durchs Unterholz brechen und entdeckt eine frischbenutzte Suhle. Da wenig gejagt wird, scheint der Wildbestand noch ziemlich intakt.


Nach dem obligaten Bad in einem Waldbach erwarten wir mit grösster Spannung den Leuchtabend. Der Anflug ist aber bei leichtem Wind und etwas bewölktem Himmel ganz normal, mit etlichen neuen interessanten Faltern. So können wir ohne Probleme die verschiedenen Arten registrieren. Gegen 23 00 Uhr löschen wir das Licht.




Freitag, 7. Juni

Tagwache 06 30. In der Nacht hat es wieder geregnet, die Umgebung ist tropfnass. Heute ist unser letzter Tag im Camp. So bereite ich die Ausbeute zur Abreise vor. Nach dem Frühstück besuchen wir nochmals die interessantesten Plätze. Troides rhadamantus ist sehr häufig auf Doña Aurora-Blüten. Ein Weibchen dieses zu den Schwalbenschwanzfalter (Papilionidae) gehörenden sehr grossen Schmetterlings kann ich bei der Eiablage an Aristolochia beobachten. Die wunderschönen, gelb und schwarz gezeichneten Schmetterlinge mit den vogelähnlichen Flügeln werden auch als Vogelflügler (Ornithoptera, ornis = Vogel, ptera = Flügel) bezeichnet, und wie Vögel schweben sie auch um die Bäume. Leider verschwinden diese königlichen Falter zusammen mit den Urwäldern. Die Arten sind zwar nach internationalem Artenschutzgesetz geschützt, die Wälder aber nicht – Schizophrenie??

Weil es am Abend wieder regnet, haben wir die Lampe unter das Arbeitszelt gehängt.Die Wirkung ist wegen des fehlenden Reflektors nicht so optimal. Die Leinwand habe ich bereits am Morgen gewaschen, getrocknet und verpackt. Trotzdem fliegen wieder neue Arten zum Licht.

Samstag 8. Juni

Tagwache 05 00 Uhr. Wieder hat es in der Nacht geregnet, um 5 30 ist es immer noch bedeckt, nur gegen Nordosten und Osten ist es hell. Kurzes Frühstück, konservieren der Ausbeute, Abbrechen des Zeltlagers und Packen der Rucksäcke. Um halb acht Uhr holt uns der Pickup vom PICOP ab. Nach nur einem Radwechsel, auf dieser holprigen Strasse ein Wunder, beziehen wir in der Rainbow Lodge, gleich gegenüber des Busterminals, um 10 40 Uhr unsere Zimmer. Diese sind sehr klein aber recht sauber, sie kosten auch nur 60 Piso pro Zimmer (etwa 3 Sfr.). Andres Magno hatte uns vor seiner Abreise ein gutes Restaurant für den Lunch empfohlen. Es ist wirklich vorzüglich und reichhaltig. Nach dem etwas armseligen Essen im Wald eine willkommene Abwechslung, wieder einmal schlemmen zu dürfen. Und günstig ist es obendrein, 1300 Piso (etwa 65 SFr.) für 6 Personen inklusive Getränke und Früchte zum Nachtisch.

Anders als in unserem Camp ist es hier in Mangagoy drückend feuchtheiss, 36 Grad im Schatten Schon nach den ersten Schritten durch den sehr interessanten Markt sind wir auch schon bachnass – ohne Regen notabene. Bemerkenswert ist der Fischmarkt mit seinem riesigen Angebot an frischem Seafood, hier können wir fast alle essbaren Fischarten der Korallenriffe bestaunen, ein farbenfrohes Bild. Einem Salzwasseraquarianer würde es das Herz im Leibe umdrehen! Eher dürftig ist das Angebot an Handycrafts, es scheint sich in der Umgebung wenig künstlerisches Knowhow entwickelt zu haben.

Wolfram, Ernst und Alex besuchen nochmals die Wasserfälle bei Tabon um nach Insekten zu suchen. Anna-Maija, Adrian und ich schlendern durch das alte Mangagoy und zum Fischerhafen. Es ist selbstverständlich nicht mehr viel los hier, die Bancas (Auslegerboote) der Fischer ruhen friedlich in der heissen Nachmittagssonne.Wer nicht irgend etwas Wichtiges zu erledigen hat, räkelt sich im Schatten. Nur die Kinder sind neugierig und fragen uns, woher wir kommen und wohin wir gehen. Fremde sind in dieser abgelegenen Gegend äusserst spärlich und wir fühlen uns als eine Art exotischer Zootiere. Die Leute aber sind sehr freundlich, der Bann ist schnell gebrochen und es ergeben sich nette Plaudereien.

Vom Markt nehmen wir Früchte mit, süss duftende Mangos, grosse aromatische Ananas, Guyabano (eine grüne Annone), sehr süss und mit etwas säuerlichem Beigeschmack und feine reife Bananen. Im Wald wurden wir nicht eben verwöhnt mit Früchten, der Urwald ist alles andere als eine Obstplantage! Nach eremitischer Enthaltsamkeit ist auch ein kühles Bierchen ein Genuss. Auf der kleinen Veranda des Hotels haben wir einen schönen Ausblick auf das geschäftige Treiben auf der Hauptstrasse. Gelegentlich schaut jemand herauf und stellt breit lächelnd die äusserst wichtigen Fragen: Wie heisst du, woher kommst du und wohin gehst du? Bist du verheiratet und hast du Kinder?

Sonntag, 9. Juni

Tagwache 02 15:einpacken und das Gepäck zum Busterminal schleppen. Nach Fahrplan soll der Bus nach Tandag um 4 Uhr abfahren. Man muss immer möglichst früh beim Bus sein. Der Fahrer schläft noch in der Kabine. Alex klettert durch das offene Fenster und reserviert für uns die guten Plätze. Auch das Gepäck ist bald einmal in den Unterflurkästen verstaut. Es bleibt noch etwas Zeit, um uns an einem Imbissstand mit Kaffee, Brötchen und Eiern zu verpflegen. Um 3 50 ist der Bus voll und verlässt Mangagoy. Er folgt der kurvenreichen, holprigen Küstenstrasse Richtung Norden. Nach drei Stunden ein kurzer Halt bei San Agustin, wo wir uns verpflegen. Welche Wohltat, wieder die Beine zu strecken! Die Sitzreihen des Busses sind nicht für Mitteleuropäer gebaut. Oft weiss ich kaum, wohin ich meine langen Beine versorgen soll, zudem ist das Fahrzeug vollgepfercht mit Leuten und Gepäck. Nach weiteren 3 Stunden über Schlaglöcher und primitive Brücken nähern wir uns dem Tago River, einige Kilometer südlich von Tandag. Vor uns eine lange, stehende Kolonne von Fahrzeugen. Wir erfahren, dass die Brücke über den Fluss eingestürzt ist. Also alles aussteigen und das Gepäck etwa einen Kilometer zum Flussufer tragen! Wir verhandeln mit einem Bootsführer über den Preis, uns ans andere Ufer zu fahren. Die Leute nützen die Situation aus. Wir müssen hinüber und der Bootsführer setzt den Preis an. Bei 100 Piso einigen wir uns. Er schildert uns das Unglück. Ein überladener Lastwagen stand mit geplatztem Reifen auf der Brücke.Ein zweiter Laster, ebenfalls völlig überladen, kreuzte und hielt an, um zu fragen ob Hilfe nötig sei. Als ein dritter Laster auf die Brücke fuhr, stürzte sie ein. Vier Tote forderte der Unfall.

Auf der anderen Seite angekommen, mieten wir einen Jeepney für 200 Piso, der uns direkt zum Cyd’s Chalet by the Sea Hotel bringt. Klebrig von Schweiss, Staub und Dreck, verstauen wir schnell unser Gepäck und stürzen uns ins blaue Meer. Geduscht und umgekleidet fahren wir mit dem Trycicle (3 Piso pro Person) zum Lukay Pacipico, einem Cottage-Hotel am Nordrand von Tandag, direkt am Strand. Das Essen ist vorzüglich und günstig, mit bezaubernder Sicht auf den Pazifik.

In der Nacht, das heisst um 3 Uhr früh sind Ernst, Alex und Adrian nach Carmen abgereist. Sie wollen dort in den Bergen nach Libellen suchen. Wolfram muss morgen abreisen, Anna-Maija und ich wollen ein paar Tage Strandleben geniessen.

Montag, 10. Juni

Tagwache 05 30 Uhr. Leider verhindert eine Wolkenbank am Horizont eine schöne Sonnenaufgangstimmung. Bald blinzelt die Sonne wieder durch die Wolkenlücken hervor auf und taucht Tandag in ein romantisches Morgenlicht. Trotz der Armseligkeit der Stelzhütten am Strand wirkt die Szenerie sehr malerisch.

Heute ist Wolframs Abreisetag. Es gibt nur 3 Flüge in der Woche von Tandag nach Cebu. Wir begleiten ihn zum kleinen Flughafen. Wir hatten eine schöne Zeit zusammen und nach 3 Wochen gemeinsamer Abenteuer tut der Abschied schon ein wenig weh.

Wir schwimmen bereits wieder im Meer, als das Flugzeug in einem weiten Bogen über unsere Köpfe donnert – tschüss Wolfram und gute Reise – es war uns ein Vergnügen!

Nach erquickendem Bad haben wir jetzt Zeit für uns. Unter den Palmen geniessen wir den exotischen Ausblick auf das Meer. Anna-Maija hat sich beim Schwimmen bereits einen mittleren Sonnenbrand geholt. Immer wieder unterschätzt man die Wirkung der starken Tropensonne. Gerade im Wasser merkt man die starke Strahlung kaum und auch die aufgestrichenen Schutzmittel nützen da nicht mehr viel. Am Nachmittag fahren wir zum RCPI, einer Telefonzentrale und haben nach 25 Minuten unseren Sohn Jorma an der Strippe. Zu Hause läuft alles perfekt und wir können beruhigt die noch verbleibenden Tage geniessen. Drei kurze aber heftige Platzregen reinigen die Luft und machen das Klima etwas erträglicher.

Dienstag, 11. Juni

Tagwache 05 15 Uhr. Dunkle Wolken verdecken den Osthimmel. In der Nacht hat es stark geregnet. Es scheint ein Tief über dem Pazifik zu liegen, das dauernd Wolken gegen die Küste schaufelt. Ich denke, dass auch unsere Freunde in den Bergen schwer mit Niederschlägen eingedeckt werden, denn über den fernen Gebirgswäldern hängen schwarze, schwere Wolken.

Der frühe Morgen ist die schönste Zeit. Bei angenehmen Temperaturen herrscht noch mehr oder weniger Ruhe am Strand. Zwei Nachbarsbuben waschen kleine Ferkel im Meer. Die possierlichen Tiere wehren sich gegen das Schrubben und quitschen wie – halt eben wie die Schweine. Die Buben aber freut der Spass.Immer wieder müssen sie die Schweinchen einfangen, die sofort dem Meer entkommen wollen.

Um 7 Uhr schläft Anna-Maija noch immer.Auch der schönste Morgen kann sie nicht aus der Reserve locken. Sie ist und bleibt ein Morgenmuffel.

Die ersten Fischerboote kehren vom Fang zurück. Sie fahren in tiefer Nacht hinaus und kommen dann mit mehr oder weniger Beute zurück. Es ist spannend, den Fang zu begutachten und mit den netten Leuten zu plaudern. Stolz präsentieren sie die bunten Fische und freuen sich, wenn ich in ein Ahhh und Ohhh ausbreche.

Das grosse, alte, rostige Frachtschiff liegt noch immer im Hafen vor Anker. Wenn ich diesen Trümmerhaufen betrachte, kann ich leicht verstehen, dass auf den Philippinen so viele Schiffsunglücke passieren.

Am Nachmittag wieder zwei heftige aber kurze Regengüsse. Zwischendurch scheint wieder die Sonne. Die Gebirgswälder sind in schwere Wolken gehüllt. Andauernd ziehen neue hohe Wolkentürme vom Pazifik heran. Am Nachmittag spedieren wir Postkarten, das Porto kostet 5 Piso nach Übersee und 4 Piso nach Manila.

Unser Abendessen im Terrassenrestaurant ist kein Genuss! Verglichen mit dem letzten Jahr ist es nicht mehr so delikat.Die wenigen Leute bestätigen meinen Eindruck. Wahrscheinlich hat der Wirt gewechselt. Das kann auf den Philippinen sehr schnell geschehen, deshalb ist es schwierig, Empfehlungen abzugeben.

Mittwoch, 12. Juni

Tagwache 06 00 Uhr. Wieder ein verhangener Osthimmel, wir stecken wirklich in einem Tief. An der Ostküste von Mindanao herrscht allerdings ein besonderes Klima mit viel Regen, aber zwischendurch auch viel Sonne. Dieses feuchtheisse Klima ermöglicht ein besonders üppiges Pflanzenwachstum. Die mit Urwald bestockten Berge sind in schwere Regenwolken gehüllt, die Kollegen dort oben werden wohl ausgiebig mit Niederschlägen eingedeckt sein. Hier am Strand ist es nicht übermässig heiss, um die 32 Grad, aber sehr feucht und schwül. Die ersten Kinder vergnügen sich schon am Strand, spritzen, schwimmen, sammeln Schnecken und Muscheln und kreischen voll Freude. Andere spazieren artig und sauber angezogen mit ihren Schulsäcken vorbei, für sie beginnt der Unterricht früh. Die meisten Leute sind seit mindestens 05 30 auf den Beinen, sie nutzen den Tag, denn kurz nach 6 Uhr abends ist es bereits wieder dunkel. Rauchfahnen steigen aus den Stelzenhäusern am Meer, die Menschen geniessen ihr Frühstück. Gegen acht verziehen sich die kleinen Rauchsäulen wieder, geschäftiges Treiben herrscht auf allen Strassen.

Andy ist erstaunlicherweise noch nicht aufgetaucht, es würde mich interessieren, wo er die Kollegen untergebracht hat.

Das „Totenschiff“ hat die Anker gelichtet und schippert Richtung Nordosten, eine schwarze Qualmwolke hinter sich nachziehend, die langsam am Horizont verschwindet. Der Schiffsverkehr von und nach Tandag ist sehr bescheiden, die meisten Güter werden mit Lastwagen und Jeepney’s über die schlechten Strassen herangekarrt. Die Hauptstadt der Provinz Surigao del Sur besteht vorwiegend aus Bretterbuden und Nippahütten.Die ärmeren Bewohner und die Fischer leben in Stelzhütten am Strand, ein heilloses Durcheinander von Stegen, Treppen, Häuschen, Toiletten und primitiven Plattformen, auf denen Seafood getrocknet wird. Darunter oder dazwischen die Auslegerboote der Fischer.

Heute ist Independence Day. Schon gestern zog die Musik mit viel Geplärr durch den Ort, eine Kinderschar hinter sich nachziehend. Die Hauptstrasse ist wegen der stattfindenden farbenfrohen Parade verstopft. Wohl das ganze Dorf ist auf den Beinen. Feste sind hier selten, also nichts wie hinein in den Trubel für jedermann. Wir hören die Taktschläge und Trommeln bis hierher zum Cyd’s Inn, gelegentlich mit Musikfetzen gemischt. Wir werden sicher auch noch hingehen, es ist jetzt Ebbe und das Baden im seichten Wasser darum nicht so angenehm.

Ganz überraschend stehen um 10 Uhr Ernst, Adrian und Alex vor dem Cyd’s, die beiden letzteren etwas fahlgrau.Eine gewisse Angst steht ihnen noch ins Gesicht geschrieben. Sie gerieten zwischen die Fronten der philippinischen Armee und NPA-Rebellen, die sich im Urwald verschanzt hatten. Sie suchten in einem kleinen Tälchen nach Libellen, als plötzlich die Salven über ihre Köpfe hinwegknallten. Da Ernst kein englisch spricht, wusste er gar nicht was passierte und dachte an Manöver. Er begriff erst ein wenig von der prekären Lage, als die drei von der Armee auf Lastwagen verladen und nach Carmen gebracht wurden.

Andy ist auch erschienen und will versuchen, beim Oberkommando ein Permit zu bekommen, um am Tago– und Meme River sammeln zu dürfen. Für uns heisst es warten. Am Nachmittag kommt Andy zurück, mit einem Permit für Adrian, Alex und sich selber. Wir dürfen nicht in den Urwald, die Militärs fürchten, dass wir gekidnappt werden könnten. Dafür wird er für uns einen Bootstrip zur Insel Macagang organisieren. Um 13 30 reisen Andy, Adrian und Alex als Passagiere, samt Gepäck, auf zwei Motorrädern zum Tago River, dann per Boot zum Meme River. Es soll dort noch schönen Flachlandurwald geben. Am Dienstag wollen sie wieder zurück sein.

Für Ernst kann ich organisieren, dass er mit einem Fischer hinausfahren darf. Wir besuchen die nette Fischerfamilie, um alles nötige zu besprechen. Der Weg dorthin ist ein Labyrinth von Stegen und Stiegen zwischen den Stützen der Pfahlbauten. Ernst freut sich riesig auf das Abenteuer. Um 19 30 begibt er sich zur freundlichen Fischerfamilie, wo er übernachten wird, denn um 3 Uhr in der Früh geht es bereits hinaus aus Meer.

Am Nachmittag mischen wir uns unter die Leute, die den Umzug bestaunen. Alles was Rang und Namen hat, marschiert in der Festkleidung mit, Provinzgouverneur, Stadträte, Firmendirektoren und natürlich die Schulklassen, in bunte Kleidchen gehüllt. Ein farbenfrohes Bild – und ich Esel habe die Kamera vergessen!

Donnerstag, 13 Juni

Tagwache 05 30 Uhr. Nach dem reichhaltigen Frühstück mit obligatem Reis, Eiern, Brötchen und einer Auswahl an tropischen Früchten fahren Anna-Maija und ich mit dem Tricycle zum Markt. Er ist ähnlich wie die übrigen Märkte, präsentiert sich aber viel kleiner, ärmer und schmutziger als an anderen Orten. Auch das Angebot an Fischen, Früchten und Gemüsen ist bescheidener. Trotzdem bestaunen wir den einen oder andern farbenprächtigen Meerfisch. Wie zuvor schon erwähnt, verirren sich nur wenige Fremde hierher und so werden wir bestaunt wie das achte Weltwunder und fühlen uns wie Schauschimpansen. Vielen stehen die Münder wie Scheunentore offen, wenn sie uns erblicken und sie fallen vor lauter Überraschung und Staunen fast von den Hockern. Die kleinen Kinder verstecken sich hinter ihren Müttern, die älteren ziehen wir wie eine Schleppe hinter uns her. Wir lachen und sofort schliessen sich die Kopftore und mit breitem Grinsen fragen sie uns nach dem Woher und dem Wohin und dem Warum. Sehr freundlich sind sie, liebenswürdig und voller Interesse. Die eine oder andere Mango oder Ananas erhalten wir geschenkt, wenn wir nach dem Preis fragen. Weitab vom Tourismus herrscht schon eine ganz andere Atmosphäre. Auch die Kinder kommen nach dem ersten Schreck wieder vom Schoss und hinter dem Rücken ihrer Mütter hervor.Wenn das Eis gebrochen ist, haben sie die helle Freude, wenn sie mit ihren Händchen in meinen Bart kraulen dürfen. Den meisten einheimischen Männern wächst kein Bart, oder nur sehr spärlich – und manch einer trägt voller Stolz seine drei bis zehn langen Barthaare zur Schau. Bepackt mit süssen Tropenfrüchten und einigem Gemüse treffen wir wieder im Cyd’s ein.

Bewaffnet mit Kamera und Objektiven wandern wir dem endlosen prächtigen Strand entlang, vorbei an äusserst ärmlichen Fischerhütten im Schatten von Kokospalmen. Hin und wieder setzen wir uns zu einer Fischerfamilie und plaudern über ihren Alltag. Die Ebbe erreicht heute um 11 00 ihren tiefsten Stand, der extrem niedrig ist. Kaum ist noch Wasser zwischen dem Strand und der etwa 150 Meter vor der Küste verlaufenden Korallenbank, die jetzt weit aus dem Wasser ragt. Viele Leute sind hier und suchen im Sand und den Korallen nach essbaren Kraken, Muscheln, Schnecken, Krabben, Seegurken und sonstigem Seafood.

Gegen 14 Uhr sind wir wieder im Cyd’s Inn. Die Köchin überrascht uns mit frischen, grossen Shrimp, die sie auf dem Fischmarkt in Tago geholt und sehr delikat zubereitet hat.

Noch immer ist Ernst nicht von seiner Seereise zurück, obwohl die meisten Fischer längst ihre Boote verstaut und die Fänge auf dem Markt verkauft haben. Ich wundere mich, wo er so lange bleiben mag, hoffentlich ist nichts passiert. Dafür war Andy da und bringt uns die frohe Nachricht, dass wir am Samstag voraussichtlich zu Adrian und Alex zum Meme River fahren können. Der Kommandant hat eine provisorische Bewilligung erteilt.

Endlich, um 17 30 kommt Ernst nach Hause. Und wie er aussieht, krebsrot im Gesicht und auf den Händen, Sonnenbrand total!! Und hungrig ist er wie ein Wolf, er hat den ganzen Tag nichts gegessen. Es ärgert mich, dass ich wieder einmal nicht aufgepasst und überprüft habe, ob Ernst alles eingepackt hat, Sonnenschutz, Hut und etwas zu essen, mindestens ein paar Brötchen, Früchte und Trinkwasser. Besonders bei Bootsfahrten auf dem Meer muss man höllisch aufpassen, denn man spürt die brennende Sonne kaum. Der kühle Fahrtwind und die spritzende Gischt fühlen sich schön frisch an. Man beachte auf dem Bild, wie sich der Fischer mit Tüchern gegen die sengende Sonne und dessen reflektierende Strahlen schützt. Die Ursache der langen Ausfahrt war, dass der Fischer lange nichts gefangen hatte und ohne Beute ungern zurückkehrte . Erst am späten Nachmittag hatte er das Plansoll erfüllt. Den ersten Fisch, den er geangelt hatte, verspies er roh mit etwas Reis. Mein Freund war allerdings vom rohen Fisch nicht sehr begeistert - also lieber hungern! Nach einem reichhaltigen und delikaten Abendessen ist die Welt wieder in Ordnung und die Ringelblumensalbe auf dem Sonnenbrand bewirkt schnelle Linderung.

Freitag, 14. Juni

Tagwache 05 10 Uhr. Wieder verdeckt ein Wolkenstreifen den östlichen Horizont über dem Meer.Einen ganz bescheidenen Sonnenaufgang kann ich aufnehmen – als Souvenir sozusagen!

Um 7 Uhr kommt der Kim Doliente, ein junger Bursche mit dem kleinen Auslegerboot, um uns auf die Insel Macagang zu fahren. Die See ist ruhig und die Fahrt angenehm. Nach anderthalb Stunden landen wir auf dem kleinen Eiland. Es ist ein stotziger Berg, der aus einem flachen Korallenriff aufsteigt, das bei Flut unter Wasser liegt. Der Berg ist dicht mit zum Teil riesigen Bäumen bewaldet. Die ganze Insel steht unter Schutz, da in den Bäumen Hunderte von grossen Flughunden (Acerodon) den Tag über schlafen. In der Nacht fliegen sie in die Urwälder, um dort nach Früchten zu suchen. Wir dürfen vorsichtig und ruhig die Felsen hochklettern. Dies ist nicht ganz ungefährlich, die Felsen sind scharfkantig und zum Teil spitzig und hart wie Glasscherben. Jeder Fehltritt hätte schlimmste Verletzungen zur Folge – hätte ich doch nur die Bergschuhe mitgenommen! Die Vegetation ist üppig, viele Orchideen und Kletterpflanzen, vor allem viel Philodendron. Durch die Störung sind einige der Flattertiere erwacht und segeln ruhig über den Baumwipfeln. Ein imposanter Anblick, diese Riesenfledermäuse mit einer Spannweite von über einem Meter fünfzig. Die Flut ist zurückgegangen und wir können auf dem Riff herumspazieren. In der Zwischenzeit sind auch einige Frauen und Kinder von Tandag angekommen, um nach Schnecken, Muscheln, Seegurken und anderem essbarem Seegetier zu suchen. Einige Männer jagen mit kleinen Harpunen nach Oktopussen und Rifffischen. Einmalig was wir auf dem Riff mit den kleinen Tümpeln und Weiherchen alles beobachten können, bizarre Einsiedlerkrebse, eigenartige Seegurken und Seesterne, farbenfrohe Korallenfische, Muscheln, Schnecken – ein richtiger Meerwasserzoo!

Am Nachmittag ist die Flut so hoch, dass wir die Insel verlassen können. Der Wind hat stark aufgefrischt und wir schaukeln mit dem kleinen Ausleger dem Festland entgegen. Bereits nach wenigen Minuten sind wir platschnass und das Gefährlichste steht uns noch bevor. An der seeseitigen Kante des Riffs türmen sich hohe Brecher und ich fürchte um meine Kameraausrüstung. Sehr geschickt steuert aber der Junge das schlanke Boot durch die Brandung und wir langen ohne zu kentern heil beim Cyd’s an.

Unser Abendbrot geniessen wir wieder im Lukay Pasipico. Vorzüglich das Essen und prächtig und romantisch die Abendstimmung. Das angenehme tropische Abendklima, das philippinisch rustikale Interieur, die Lichterkette von Tandag und die silbrig glänzenden Wellen, eine einmalige Idylle. Nicht der feinste Hauch von Heimweh quält die Seele, wer wollte da nicht ewig bleiben!

Samstag, 15. Juni

Tagwache 06 15 Uhr. Ein fürchterlicher Tropenregen in der Nacht ist jetzt in einen richtigen dichten, lauwarmen Landregen übergegangen. Am Strand und auf den Wegen liegen heruntergerissene Palmenblätter und Äste. Über den Urwäldern im Westen liegt ein dichter, grauer Wolkenbrei. Schwere Regenfälle lassen es nicht ratsam erscheinen, zum Meme River zu fahren. Auch hier regnet es fast pausenlos. Zudem haben die Aktivitäten der Rebellen wieder zugenommen und der Commander meldet Bedenken an.

Gegen 11 00 Uhr fahren Anna-Maija und Ernst in Begleitung der Köchin nach Tago (etwa 7 km südlich von Tandag) um dort die grossen, leckeren Shrimp einzukaufen. Wenn uns schon das Wetter und die Rebellen einen Strich durch unsere Planung ziehen, wollen wir uns wenigstens kulinarisch schadlos halten. Wieder schwere Regenschauer am Abend (16 30 bis 18 30) und nochmals von 22 00 bis 24 00 Uhr.

Sonntag, 16. Juni

Tagwache 05 00 Uhr. Es ist wie verhext: auch heute verhindert eine Wolkenbank über dem Horizont den tropisch-farbigen Sonnenaufgang. Ansonsten ist der Himmel wolkenlos und es scheint ein heisser Tag zu werden. In der Nacht hat es nochmals einige Wolkenbrüche gegeben. Überall haben sich kleine Weiherchen gebildet und sofort herrscht darum herum ein reiches Libellenleben. Der Nachbar erscheint wieder mit seinen vier Ferkeln zur morgendlichen Toilette.

Nach dem Frühstück besuchen wir den Markt und schlendern durch das Dorf. Die kleine Bildergalerie zeigt, dass es trotz der Armseligkeit einige heimelige Ecken gibt. Das schönste Erlebnis ist die ausnehmende Freundlichkeit der Leute. Oft werden wir eingeladen, doch schnell auf einen Schwatz ins Haus zu kommen oder bekommen ein paar Früchte offeriert. Überall frohe und lachende Gesichter, Kinder, die uns staunend mit ihren grossen braunen Augen anstrahlen. Wie glücklich müssen die Menschen hier trotz ihrem Daseinskampf sein, wenn ich an die griesgrämigen Mienen unserer mitteleuropäischen Leute denke - trotz Wohlstand und Luxus!!

Ein herrliches Bad im Meer kühlt unseren überhitzten Motor wieder ein wenig ab, ein leichter Regen und eine frische Brise vom Pazifik her mildern das heisse Klima auf ein erträgliches.
Mmmhhh, jetzt folgt das köstliche Dinner! Zubereitet von Alex, lässt es das paradiesische Gefühl ins Uferlose steigern, Hühnchen mit Ananas an Kokosmilchsauce, ich habe selten etwas Besseres gekostet. Ein kühles Bier steigert das kaiserliche Gericht ins Unbeschreibliche! Mit vollgestopften Wänsten wandern wir dem Strand entlang, um die Verdauung anzukurbeln. Eine umgestürzte Kokospalme lädt uns zum Sitzen ein und glücklich träumen wir in den Tropenabend und funkelnden Sternenhimmel hinein. Wie wenig es doch braucht, um alle schweren und unnützen Gedanken ins Nichts fallen zu lassen.

Montag, 17. Juni

Tagwache 05 00 Uhr. Der Nachbar und seine Schweinchen vergnügen sich bereits wieder am Strand. Wenn sie frisch gebadet sind, leuchten sie fein rosa in den wenigen Sonnenstrahlen, die gelegentlich durch die Wolken blitzen.

Wieder die Wolkenwand über dem Pazifik. Sie erreicht uns um 7 Uhr, beschert uns einen stündigen Platzregen und zieht dann nach Westen ab. Auch in der Nacht zogen schwere Gewitter über Tandag hinweg. Anna-Maija registrierte ein heftiges Erdbeben.

Von heute bis zum 19. Juni sind grosse Feierlichkeiten angesagt, drei Tage Kongress. Heute soll ein grosser Corso mit Musik und grossem Brimborium durch das Dorf ziehen. Angesagt sind auch hochrangige Politiker und Wirtschaftsleute, weshalb auch viel Militär präsent ist. Andy ist in der Organisation engagiert und deshalb sehr „busy“.

Die Wolken sind verflogen. Ernst ist zum Markt gefahren, um sich noch einige Kleinigkeiten und Andenken zu kaufen, vor allem will er eine schöne Bolo (Buschmesser) suchen. Anna-Maija und ich wandern mit der Kamera bewaffnet dem frisch „gewaschenen“ Strand entlang. Es gibt so viele Sujets, die abzulichten sich lohnt. Es tut der Seele gut, einfach hinauszuschauen auf das unendliche Meer und im Schatten der Palmen zu träumen. Ich denke an unsere Freunde, die oben am Meme River Libellen sammeln. Ob sie wohl erfolgreich waren? Haben sie den Kampf gegen die Gewitterfronten heil überstanden? Das Gebiet soll nach Angaben von Andy sehr gut sein. Es gibt viele Bäche und noch intakten Flachlandurwald. Die Bäche können allerdings auch zum Problem werden, wenn sie bei schweren Gewittern anschwellen und alles mit sich fortreissen, was nicht gut verwurzelt ist.

Wir essen wieder im Lukay Pasipico und blicken auf den weiten Sandstrand. Nur schade, dass das Resort ein wenig verkommen ist. Der Besitzer, ein italienischer Pfarrer, ist meist nicht da und die einheimischen Angestellten haben zu wenig Eigeninitiative und auch keinen Sinn für ein gepflegtes Anwesen. Glücklicherweise ist das Essen sehr lecker.

Ans Schwimmen ist nicht zu denken, es herrscht Ebbe und so vergnüge ich mich mit Reinigungs- und Packarbeit.

Dienstag, 18. Juni

Tagwache 05 15 Uhr. Noch bin ich der einzige Schwimmer am Meeresstrand, bald aber kündigt das vergnügtes Quitschen der rosaroten Schweinchen die Tagesaktivitäten der Einheimischen an. Es ist der letzte Tag hier in Tandag und den wollen wir doch noch mit ein wenig Musse und Strandleben verbringen. Ernst ist auf Fototour gegangen, er will nochmals zum Markt, da gibt es viele Fotosujets.

Die Ruhe währt nicht lange, denn um 10 Uhr kommen Alex und Adrian vom Meme River zurück – und was die alles mitgebracht haben! Die wertvolle Ausbeute muss nun sauber konserviert, beschriftet und verpackt werden. Damit bin ich den ganzen Nachmittag beschäftigt.

Am Abend sitzen wir auf der Veranda und geniessen einen Abschiedstrunk. Plötzlich pendeln die Lampen hin und her und es fühlt sich an, wie wenn wir uns auf einem Schiff befänden oder betrunken wären. Ein starkes Erdbeben, wie ich es noch nie erlebt habe, lässt Erde und das Cyd’s Chalet by the Sea erzittern – ein unheimliches Gefühl. Zum Glück ist das Hotel einstöckig und massiv genug gebaut und es entstehen keine Schäden. Die Philippinos sind ganz ruhig geblieben, so etwas passiere sehr oft, meinen sie. Beruhigt über diese Tatsache legen wir uns schlafen.

Mittwoch, 19. Juni, Abreisetag

Tagwache 04 45 Uhr. Ein komisches Gefühl überfällt mich, ist nun wirklich die schöne Zeit vorbei? Kommen wir vielleicht wieder einmal hierher zurück? Der Abschied und das Verpacken der Siebensachen fallen mir schwer. Ein luxuriöses Frühstück mit Prawns, fried eggs, Reis, Brötchen und Kaffee tröstet mich über die Tatsache hinweg, dass um 10 25 das Flugzeug uns wieder nach Manila zurückbringt. Die niedlichen Glücksschweinchen bei ihrer Morgentoilette scheinen uns gute Reise zu wünschen.

Andy kommt um 08 45 Uhr mit einem kleinen Lieferwagen und ab geht es zum Airport wo schon einiges los ist. Überall Militärs und Polizei, der Senator wird erwartet. Andy stellt mich der ganzen hohen Regierung vor, Gouverneur, Vice-Gouverneur, Major von Tandag, dem obersten Provincial Police-Chief, dem obersten Militärkommander nebst einigen bedeutenden Persönlichkeiten. Sie sind sehr zuvorkommend und versprechen uns für den nächsten Besuch jede Hilfe und Unterstützung bei unseren Forschungsprojekten. Sogar der Miss Surigao del Sur und der Miss Tandag darf ich die Händchen schütteln und ihnen in die schönen, tiefbraunen Augen schauen. Um halb zehn Uhr landet das Kleinflugzeug mit dem Senator und seiner Leibgarde. Ein feierlicher Empfang mit sämtlichen VIP’s und Ehrendamen steht für ihn bereit!

Mit Andys Support ist das Einchecken kein Problem.Noch nicht einmal die riesige Styroporschachtel mit der ganzen Ausbeute muss ich öffnen. Nochmals herzliches Händeschütteln mit Andy und seiner Frau. Es fällt uns schwer unseren Dank in vernünftige Worte zu fassen. Darum spreche ich hier im Namen aller Expeditionsteilnehmer nochmals unseren grossen Dank an alle Personen aus, die uns in so grossartiger Weise geholfen haben und diese Reise zu einem besonderen Erlebnis werden liessen. Sie wird uns unvergessen bleiben.

Pünktlich startet der Hochdecker und zieht eine sanfte Kurve über Tandag. Nun sehen wir Tandag und das Cyd’s Chalet von oben, dann entschwindet der sympathische Ort unseren Blicken. Östlich vorbei geht es am Mt Hilong Hilong über die Insel Bohol nach Cebu. Pünktlich um 11 25 Uhr landen wir auf dem International Airport Cebu, der auf der Insel Mactan liegt.

Wir haben noch etwas Zeit zum Einkaufen, denn am Airbus 300, der uns nach Manila fliegen wird, muss noch ein Rad gewechselt werden. Selbstverständlich kaufen wir auch einige Portionen der berühmten Dried Mangos (getrocknete Mangos) von Cebu. Sie sollen die besten der Welt sein. Ich habe sie schon mehrmals gekostet und wirklich, sie gehören zu den delikatesten Früchten. Um den Flughafen wird eifrig gebaut, gegenüber dem Hauptgebäude entsteht ein imposantes Hotel der gehobenen Klasse. Cebu soll ja einen Teil der internationalen Flüge übernehmen, eine neue Eingangspforte für Touristen, die ihre Ferien im Süden der Philippinen verbringen wollen. Cebu war bis jetzt schon das Zentrum der Flugverbindungen mit den vielen kleinen Destinationen der Visayas Inseln und Mindanao.

Mit Verspätung startet der Airbus 300 zu seinem Flug nach Manila. Wieder haben wir Wetterglück, blauen Himmel mit einigen Quellwolken. Wir fliegen über Sibuyan mit dem über 2000 Meter hohen Mt. Guiting Guiting, an dessen Fuss ich schon zweimal meine Zelte aufgeschlagen habe. Der Flug führt weiter über Marinduque und Laguna de Bay nach Manila. Zwischendurch sieht man die Vulkanberge von Südluzon, den Mt. Labo, Mt. Isarog und den Mt. Makiling. Immer wieder fasziniert bin ich von den schneeweissen Wolkentürmen, die wir gelegentlich durchfliegen.

In Manila herrscht zähflüssiger Verkehr, alle Strassen sind verstopft. Wir haben einen Kleinbus gechartert (250 Piso) zu Adrians Haus und dann zum Holyday Inn, das in der Nähe von Rizalpark und Intramuros liegt. Fast eine Stunde haben wir gebraucht, um von Adrian zum Hotel zu gelangen. Einerseits das Verkehrschaos, andererseits ist der Hotelbetrieb vom Roxas Boulevard in das ehemalige Hiltongebäude verlegt worden und der Taxifahrer wusste das nicht. Ein sehr schönes, etwas ältliches Hotel, aber bestens geführt und sehr sauber. Anna-Maija gefällt es bestens, besonders wegen des schönen Swimming Pools auf der Hotelterrasse.

Um viertel nach sieben wandern wir, Anna-Maija, Ernst, Adrian, Alex und ich gemütlich zum Old Swiss Inn, um daselbst „G’schnätzlets mit Rösti nach Zürcher Art“, herrlichen Salat und zum Dessert flambierte Tropenfrüchte mit Eiscreme zu geniessen – eine willkommene Abwechslung nach fast 5 Wochen dreimal täglich Reis, Trockenfisch und viel Büchsenkonserven. Für alles zusammen bezahlte ich 2029 Piso, inklusive Getränke und Kaffees.

Morgen früh fliegt Alex nach Virac auf der Insel Catanduanes. Sie liegt östlich von Zentralluzon. Ich habe ihm ein Flugticket gekauft und auch das nötige Geld für Übernachtungen und die Verpflegung mitgegeben. Er soll dort Libellen für mich sammeln. Über die Libellenfauna von Catanduanes ist soviel wie nichts bekannt. Auf der Insel herrscht eher ein etwas rauhes Klima mit zum Teil verheerenden Wirbelstürmen im Herbst. Die Insel liegt offen gegen den Pazifik und die Taifune treffen in voller Wucht auf die Ostküste. Obwohl auch hier die Rodungen intensiv vorangetrieben werden, gibt es im bergigeren Inselzentrum noch einigen Urwald.

Donnerstag, 20. Juni

Tagwache 05 30 Uhr. Nach dem Frühstück vom reichhaltigen Buffet fahren wir mit dem Jeepney zum grossen Robinson-Einkaufszentrum. Anna-Maija will noch einige Kleinigkeiten einkaufen, ich stöbere in den Bookstores nach Literatur über Botanik, Zoologie und Natur der Philippinen. Abschliessend ein wenig plauschen im Swimming Pool des Hotels. Gegen Abend kommt Celso Nazareno, den ich per Briefwechsel kannte und bringt mir eine Schachtel Falter und Käfer. Es ist zwar nichts Besonderes dabei, er hat aber alles sehr gut beschriftet und datiert. Ich gebe ihm 500 Piso für die Unkosten. Er ist sehr glücklich darüber, dass ich ihn nächstes Jahr auf eine Reise nach Ostluzon mitnehmen will.

Am Abend werden alle Insekten verpackt und per Post spediert.

Freitag, 21. Juni

Wir schlemmen nochmals von den kulinarischen Köstlichkeiten des Frühstücksbuffets und bereiten uns nachher langsam auf die Abreise vor. Die Fahrt zum International Airport und das Check in sind problemlos. Ziemlich genau um 18 00 verlassen wir Manila und fliegen über Singapore nach Zürich, wo wir am 22. Juni um 06 30 Uhr landen.

Die Traumreise ist wieder vorbei, die Abenteuer aber werden unauslöschlich in der Erinnerung bleiben. Wir werden noch viel zu diskutieren haben und ich bin sicher, in einigen Wochen wird mich das Fernweh wieder fest im Griff haben. Wochen und Monate werden vergehen, bis nur die wichtigsten Resultate der Forschungsreise vorliegen und dann beginnt schon die Planung für die nächste Expedition.


Literatur:
Reisen:
Gaulke, Maren; Naturreiseführer PHILIPPINEN
Natur und Tier - Verlag GmbH, Münster 2001
Ein sehr nützlicher Reiseführer (
mit vielen Bildern von Roland Müller) für diejenigen, die sich mehr für die Natur der Philippinen interessieren als für Jubel, Trubel, Heiterkeit und

Jens Peters; Das Original Philippinen Reise-Handbuch
Jens Peters Publikationen, Bremen (nach der neusten Auflage fragen)

Schmetterlinge (Lepidoptera):

Mey, Wolfram; New records of Cosmopterix Hübner, [1825] from the Philippines (Lepidoptera: Cosmopterigidae)
Nachr. entomol. Ver. Apollo, Suppl. 17: 529-536 (1998)

Libellen (Odonata):
V
Hämäläinen, Matti; Contribution to the Taxonomy of the Philippine Damselfly Neurobasis luzoniensis Selys, with the Description of a new Subspecies (Zygoptera: Calopterygidae)
Results of the Roland Müller Zoological Expeditions to the Philippines, No. 5
Odonatologica 19(3): 275-281, 1990
Über eine neue Libellen-Unterart von Negros)

Hämäläinen, Matti; The Philippine Genus Risiocnemis Cowley (Zygoptera: Platycnemididae). 1. Subgenus Risiocnemis
Results of the Roland Müller Zoological Expeditions to the Philippines, No. 7

H
ämäläinen, Matti/Müller, Roland;Synopsis of the Philippine Odonata, with Lists of Species recordet from forty Islands
(Results of the Roland Müller Zoological Expeditions to the Philippines, No. 14)
Odonatologica 26(3): 249-315; 1997

Gassmann, Dirk/Hämäläinen, Matti; A Revision of the Philippine Subgenus Risiocnemis (Igneocnemis) Hämäläinen
(Odonata: Platycnemididae)
(Results of the Roland Müller Zoological Expeditions to the Philippines, No. 17)
Tijdschrift voor Entomologie, Vol. 145, 213-266; 2002

Käfer (Coleoptera):

Cassola, Fabio; Studies on Tiger Beetles. CII. The Cicindelidae collected by Roland A. Müller in the Philippine Islands, with description of three new species (Coleoptera: Cicindelidae)
Results of the Roland Müller Zoological Expeditions to the Philippines, No. 16
Zool. Med. Leiden 73 (2000)

Köcherfliegen (Trichoptera):

Mey, Wolfram; Contribution to the knowledge of the caddisflies of the Philippines
2. The species of the Mt. Agtuuganon Range on Mindanao (Insecta: Trichoptera)
Nachr. entomol. Ver. Apollo, Suppl. 17: 537-576 (1998)

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